Die Sparer in der Eurozone müssen wohl weiterhin mit niedrigen Zinsen leben. EZB-Präsident Mario Draghi sicherte jüngst zu, den Kurs der lockeren Geldpolitik beizubehalten. Alternativen müssen also her. Dazu zählen von Banken emittierte Stufenzinsanleihen. Sie sind mit einem festen Zins ausgestattet, der während der Laufzeit ansteigt. Durch den vorab festgelegten jährlichen Kupon wissen Anleger, was sie erwartet. Den Nennwert der Stufenzinsanleihe erhalten sie am Laufzeitende zu 100 Prozent ausgezahlt. Daher spricht man bei den Papieren von Kapitalschutzprodukten.
Ganz ohne Risiko sind aber auch sie nicht: Wie bei Anleihen üblich kann der Wert des Papiers während der Laufzeit unter den Emissionspreis sinken. Dies passiert zum Beispiel, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. Zudem sind Stufenzinsanleihen rechtlich gesehen Schuldverschreibungen, mit denen Anleger im Insolvenzfall des Emittenten ihren Einsatz verlieren können. Grundsätzlich gilt: Je bonitäts schwächer der Emittent, desto größer der Risikoaufschlag, der in Form von jährlichen Kupons gezahlt wird. So hat kürzlich die IKB die Stufenzinsanleihe 09/2018 (WKN: A1P GMX) emittiert.
Die Laufzeit des Papiers beträgt fünf Jahre, der Nennwert 1000 Euro. Im ersten Jahr erhalten Anleger eine Zinszahlung von 2,8 Prozent, im zweiten drei Prozent, im dritten 3,2 Prozent, im vierten 3,4 Prozent und im fünften Jahr 3,6 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 101 Prozent. Käufer zahlen somit einen Aufschlag von einem Prozent. Während der Laufzeit ist das Papier börsentäglich handelbar, was im Übrigen generell für Stufenzinsanleihen gilt. Bonität drückt auf die Rendite Die BayernLB bietet die Stufenzinsanleihe 31/2013 (WKN: BLB 2KL) mit sechsjähriger Laufzeit an, die sich noch bis zum 8. November in der Zeichnungsfrist befindet und am 13.
November emittiert wird. Der Ausgabepreis beträgt 100 Prozent des Nennwerts (1000 Euro). Im ersten Jahr gibt es einen Zins von 1,4 Prozent, im zweiten 1,45 Prozent, im dritten 1,5 Prozent, im vierten 1,55 Prozent, im fünften 1,65 Prozent und im sechsten Jahr 1,75 Prozent. Die BayernLB verweist auf ihr Recht, die Anleihe ab 2014 vorzeitig jährlich kündigen zu dürfen. Der schlechtere Zinssatz im Vergleich zur IKB-Anleihe erklärt sich durch die wesentlich bessere Bonität der bayerischen Emittentin.
Wie kreditwürdig der Markt eine Bank aktuell einschätzt, ist anhand von Credit Default Swaps (CDS) ersichtlich. Ein CDS gibt Auskunft über die Kosten einer Kreditausfallversicherung für Anleihen der jeweiligen Bank. Je niedriger der Wert, desto kreditwürdiger ist die Bank. „Der CDS der IKB mit einer dreijährigen Laufzeit beträgt 360 Basispunkte. Der Wert ist damit fast sechsmal so hoch wie der CDS der BayernLB, der bei 62 Basispunkten liegt. Der Zahlungsausfall der BayernLB ist somit um einiges unwahrscheinlicher als bei der IKB“, sagt Simon Ullrich, leitender Analyst von Scope Analysis.
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