Der Euro muss weg — auf diesen einfachen Nenner lassen sich AfD-Mitglieder bringen, unter denen viele zum Teil prominente Volkswirte sind. Sie sind empört über die Politik der Bundesregierung und der Europäischen Zentralbank (EZB) und engagieren sich deshalb in der Neugründung. Der Vorwurf: Die Rettungspolitik sei undemokratisch, die EZB betreibe verdeckte Staatsfinanzierung und schüre damit die Inflation. Deshalb soll der Euro „geordnet“ aufgelöst werden. Wie das genau gehen soll, steht nicht im Programm. Doch die Rubrik „Häufig gestellte Fragen“ auf der Webseite der AfD hilft weiter: Zuerst sollen die Südeuropäer aus dem Euro ausscheiden, zum Beispiel indem sie Parallelwährungen einführen.
Am Ende des Prozesses könne ein verkleinerter Euro oder „durchaus auch die DM“ stehen. Das ist weit weg, das weiß auch die AfD. Als Sofortmaßnahme fordert sie in ihrem Programm deshalb ein „Verbot des Ankaufs für Schrottpapiere“ für die EZB. Eine Transferunion lehnt sie „entschieden ab“. Nicht der Steuerzahler solle die Kosten der Rettungspolitik tragen, sondern Banken, Hedgefonds und Großanleger. Die AfD will mehr direkte Demokratie. Über Volksentscheide sollen die EU-Veträge geändert, Schuldenschnitte und Euroaustritte ermöglicht werden.
Deutschland könne außerdem ein Austrittsrecht erzwingen, indem es weitere Hilfskredite mit einem Veto blockiere. Die EU und den gemeinsamen Binnenmarkt wollen die Eurogegner erhalten, allerdings mit eingeschränkten Kompetenzen für Brüssel, wie es der britische Premier David Cameron fordert, der im Programm namentlich genannt wird. Deutschland dürfe sich nicht über Verträge und Gesetze hinwegsetzen, müsse endlich Haftungsrisiken aus Rettungsschirmen in der Finanzplanung ausweisen und solle die Schuldenbremse achten und Schuldenberge abbauen. Wie das genau gehen soll, das lässt die Partei offen.
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